Texte neben dem Buch

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Texte neben dem Buch

  • Klappentext
  • Pitch
  • Werbetexte
  • Exposé
  • Impressum
  • Titelschutz

Klappentext

  • muss nicht den Inhalt des Buches voraus nehmen, aber den Stil - drei kurze Hauptsätze als Teaser funktionieren gut und man findet sie immer öfter, haben aber natürlich bei einem Thriller mehr Berechtigung als auf dem Cover der meisten Epen. Nicht mehr als 100 Wörter.
  • Das (Sub-)Genre muss klar werden.
  • Wer ist mein Leser? (der Klappentext kann/soll nicht jedem gefallen), welche Teile meines Buches werden ihn am stärksten ansprechen? ...trotzdem nicht spoilern
  • Rahmenhandlung + Cliffhanger.
  • Ja/Nein-Fragen am Ende sind aber witzlos - lieber 'Wie?' oder 'Wer?'.
  • Einfachheit! Nicht zu viele Namen etc.

 

 

Pitch

Beschreibung des Romanprojektes in 1-3 Sätzen. Wendet sich an Leute aus der Branche, an Profis. Warum ist dieses Buch genau der Roman, den man ins Programm nehmen sollte?

 

 

Werbetexte mit der AIDA-Formel erstellen:

Attention: Mache den Leser neugierig, beispielsweise durch einen prägnanten Satz, der über dem Klappentext steht oder der den Klappentext einleitet (»Ein charmanter Roman über eine gestresste Braut und die Frage, ob Liebe sogar Hochzeitsplanungen überstehen kann« - Erster Satz des Klappentextes von »Achtung: Braut!«)

Interest: Jetzt, wo der Leser den ersten Satz gefunden hat, will er hoffentlich weiterlesen. Beschreibe nun deinen Roman, indem du die Quintessenz und den Hauptkonflikt darstellst. Hierbei hilft dir der Pitch (»Es soll der schönste Tag ihres Lebens werden, doch bei den Hochzeitsvorbereitungen von Emma und Daniel klappt nichts, wie es soll: die Schwiegereltern stellen sich quer, der Fotograf fällt aus und das Kleid passt nicht. Dabei will Emma, dass alles perfekt ist und steigert sich so in die Planung hinein, dass sie nicht nur ihre Traumhochzeit damit gefährdet …«).

Desire: Kennst du die »begeisterten Leserstimmen« oder Rezensionsauszüge auf Buchrücken? Das sind »Desire«-Bausteine, die in dir als potenziellem/r Leser/in den Wunsch wecken sollen, das Buch zu kaufen, denn wenn andere sich so lobend äußern, kann die Geschichte ja nur gut sein. Diesen Trick kannst du natürlich auch bei deinen Büchern anwenden.

Action: Er fordert den Leser auf, etwas zu tun (»Jetzt kaufen«). Dieser Punkt fällt bei Klappentexten weg.

 

 

Exposé

Wendet sich auch an Profis (Verlag, Agentur, etc.), beinhaltet die wichtigsten Handlungspunkte, einen groben Umriss des Inhalts (inklusive Ende/Auflösung) und lässt den Spannungsbogen der Geschichte erkennen sowie die Entwicklung der inneren Motivation der Protagonisten. Es ist keine Nacherzählung.

Wenige Namen!; im Präsens; 2-6 Seiten (je nach Romanlänge); im Tonfall der Geschichte; gerne aus der Sicht des Protagonisten.

 

 

Impressum

© 20?? Name des Autors/Rechteinhabers/Herausgebers (i.d.R. Sie/Pseudonym)

 

Cover / Illustration: Vorname Nachname oder Institution, Ort

Lektorat: Ursula Jany, Fürth

weitere Mitwirkende: Vorname Name oder Institution, Ort

Herstellung und Verlag: (i.d.R. Ihre Adresse oder die des Verlages)

z.B. BoD – Books on Demand, Norderstedt

oder ein Pseudonymservice

 

ISBN: 978-3-xxxx-xxxx-x

 

 

Titelschutz

Dies ist – bitte beachten – keinerlei Rechtsberatung und ohne Gewähr.

 

“Die Seidenweberin” gibt es a) von Gillian Bradshaw (1. Auflage 1991); b) von Ursula Niehaus (1. Auflage 2007); c) von Alev Lytle Croutier (2003) und d) von Friedrich Schnack (1948).

 

Der Titelschutz ist tatsächlich eine windelweiche Geschichte.

Er dient grundsätzlich dazu, Verwechslungen – insbesondere im Handel – auszuschließen.

Soweit, so klar.

Aber Vorsicht! Man darf nicht nicht Titelreservierung mit Titelschutz verwechseln.

Ein Titel ist automatisch geschützt, sobald er erschienen ist. (Was der Schutz wert ist, sei erstmal dahingestellt.)

Erschienen heißt: Ab Meldung bei der DNB, was ein Belegexemplar, also die physische Existenz in gedruckter Form voraussetzt. Solange der Titel aktuell lieferbar ist, ist der Titel geschützt und noch eine Weile darüber hinaus, für den Fall einer Neuauflage.

Wie lange? Fraglich …

Im Falle der Seidenweberin offenbar kaum mehr als 5 Jahre. Titelschutz ist automatisch und umsonst.

Titelreservierung kostet etwas.

Sie wird schon vor dem Erscheinen angemeldet und ist etwa 6 Monate gültig. Sie dient – theoretisch – dazu, dass die Verlage in der Schlussphase der Produktion ihren Titel sicher haben und nicht kurz vor Erscheinen ein neues Cover brauchen.

Man könnte sie regelmäßig nach den sechs Monaten erneuern. Das ist aber teuer und entspricht nicht dem Zweck der Einrichtung. (im Falle eines Rechtsstreites sähe das nicht gut aus)

Es kann vorkommen, dass Bücher den selben Titel führen können – gleichzeitig.

Das mit der Titelverwechslung ist nämlich auch so eine Sache…

Im Falle der Seidenweberin waren zwei historische Romane. Dies dürfte ein Fall sein, wo es eng wird.

Wenn der Nordsee-Verlag in seiner Reihe: Unsere Plattfische das Buch “Der Butt” heraus gibt, ist eine Verwechslung mit dem Roman von Grass wenig wahrscheinlich. Wenn Du aber einen Roman schreiben solltest und ihn “Der Butt” nennst, wirst Du möglicherweise Schwierigkeiten haben.

 

Es gibt keine 'Titelpolizei'. Es gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Man sollte sich jedoch zweimal – besser dreimal – überlegen, ob man klagen möchte.

Es ist nämlich durchaus möglich, dass das Gericht sich der Meinung anschließt, dass mit kurzen Titeln, die aus wenigen geläufigen Worten gebildet werden, gar keine Titel gebildet werden können, die so originell sind, dass sie schützenswert wären.

Anders ausgedrückt: Es gibt zu wenige Wörter, um jedem Buch einen kurzen und originellen Titel zu geben. Man muss möglicherweise gleichlautende Titel hinnehmen, besonders, wenn Bücher nicht gleichzeitig auf dem Markt sind.

Außerdem: Wenn man klagt, klagt man auf Unterlassung.

Das bedeutet üblicherweise, dass man verlangt, dass der andere seine komplette Auflage vernichtet. Das sind gewaltige Kosten. Es geht also um einen gewaltigen Streitwert, und nach dem bemessen sich die Anwalts- und Gerichtskosten. Schadenersatz ist schwer nachzuweisen und kaum durchzusetzen.

Wenn man also gewinnt, bekommt man Recht, nutzt den Titel allein, hat aber sonst keinen Nutzen, nur der andere hat immense Kosten.

Verliert man aber oder vergleicht man sich, hat man gar keinen Vorteil, aber bleibt auf sehr üppigen Anwaltskosten sitzen.

Es ist also nicht einfach, Recht zu bekommen, und man hat dabei wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren: Keine Situation, in der man gerne klagen wird.

 

Gibt es denn überhaupt Titel, die echten Schutz haben?

Ja: Es gibt tatsächlich geschützte Titel.

Wenn sie originell sind. (Im Zweifelsfall muss ein Richter entscheiden, ob ein Titel originell ist. Wieder ist der Streitwert hoch und der Ausgang unsicher.)

Es gibt Titel, die sind ganz sicher originell: „Pippi Langstrumpf“, „Dracula“, „Der Hobbit“. Aber bei den meisten kurzen Titeln kann man trefflich darüber streiten, ob sie originell sind.

Es gibt jedoch noch ein Argument. Einen Trumpf, der immer sticht: „Der Untergang“, „Das Parfüm“, „Die drei Musketiere“, „Wem die Stunde schlägt“, diese Titel genießen echten, durchsetzbaren Titelschutz – nicht weil sie originell wären, denn sie sind es nicht – sondern weil sie prägend sind. Sie sind so bekannt, dass sie als allgemein anerkanntes Kulturgut gelten und unverwechselbar bleiben sollen. Sie haben die Literatur geprägt und sind darum geschützt.

Was also soll man raten?

1. Man suche einen Titel, der möglichst gut, treffend und originell und zur Zeit nicht auf dem Markt ist.

2. Man wähle zur Sicherheit noch einen Untertitel. So stellt man hoffentlich sicher, selbst keine Titelschutzverletzung zu begehen.

3. Man rege sich nicht zu sehr auf, wenn ein anderer den selben Titel wählt. Klagen ist möglich, aber keine zu empfehlende Vorgehensweise.

4. Titelreservierung kann man auch lassen. Man gibt Geld aus und hat im Zweifelsfall keinen echten Schutz. (sie gilt ja auch nur 6 Monate)

5. Der beste Rat: Man schreibe ein Buch, das binnen weniger Jahre als moderner Klassiker gilt und die Kultur nachhaltig prägt.