Umgang mit Verlagen

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Umgang mit Verlagen

 

Ein Wort vorraus: Einem Verlag oder Agenten solltest du niemals Geld zahlen!

Ein Verlag, der einen sogenannten 'Druckkostenzuschuss' verlangt, ist unseriös, ein Pseudoverlag.

Ein Agent (wenn ihr einen bemüht), bekommt eine Provision bei erfolgreicher Vermittlung und keinen Vorschuss.

hierzu auch ein Spiegel-Artikel: spiegel.de/.../verlage-wenn-autoren

Eine Liste dieser schwarzen Schafe: nein-zu-dkzv.web-hostel.de

 

 

Warum zu einem Verlag gehen?

Um vom ersten Verkauf an Geld zu verdienen und nicht erst Unkosten wieder hereinbekommen zu müssen.

Im Idealfall bekommt Ihr Werk durch den Verlag eine so weite Vverbreitung, dass dadurch die Kosten des Verlags gedeckt werden und für den Autor trotzdem noch mehr übrig bleibt, als er alleine hätte erwirtschaften können.

Natürlich hat man dadurch auch die Chance, im stationären Buchhandel auszuliegen, in der Realität allerdings, liegen dort nur manche der Neuerscheinungen der großen Verlage. Die zahllosen mittleren Verlage finden noch bei befreundeten oder regionalen Buchhändlern gehör. Die kleinen Verlage brauchen wirklich Glück, um wenigstens 1-2 ihrer Titel irgendwo unterzubringen.

Wahrscheinlich bleibt also der Großteil des Marketings an Ihnen hängen - trotzdem bleibt der Stolz, im Sieb eines Verlages hängengeblieben zu sein.

 

 

Es hat wenig Sinn, dem Verlag der Wahl gleich unaufgefordert ein 1.000-Seiten Manuskript zu schicken.

Neben einer Leseprobe (30-50 Seiten), die deinen Schreibstil zeigen und an einer spannenden Stelle abbrechen sollte, muss ein Exposé/eine Inhaltsbeschreibung (1-4 Seiten) beiliegen. Ins Anschreiben kommen ein Klappentext, eine Kurzvita (möglichst nicht so etwas wie "ich schreibe seit ich denken kann und liebe meine Katzen über alles"), das Genre, dem du dein Buch zuordnest, die Zielgruppe unter den Lesern, eventuell etwas über deine Recherche zu deinem Thema und warum du es gewählt hast.

 

Im Gegenzug für das Abtreten der "ausschließlichen und uneingeschränkten Verwertungsrechte" und die Übertragung "aller bekannten und noch nicht bekannten Werknutzungsrechte" (wie es mittlerweile in vielen Verlagsverträgen heißt), nimmt der Autor Marketing und Vertrieb des Verlags in Anspruch, der sich verpflichtet, das geistige Eigentum des Autors zu veröffentlichen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht oder nicht mehr nach, fallen in jedem seriösen Verlagsvertrag die Nutzungsrechte wieder an den Autor zurück.

 

Wer einen Vertrag angeboten bekommt, der sich von diesem hier unterscheidet: verdi.de/mustervertrag, der sollte sich beim Aktionsbündnis für faire Verlage (Ak Fairlag) informieren, ob er sich nicht zu sehr übervorteilen lässt und welche Optionen er jetzt hat.

 

Das „Aktionsbündnis für faire Verlage (Ak Fairlag)“ setzt sich für eine faire Behandlung von Autoren durch die Verlage ein. Damit richtet es sich gegen solche Verlage, die das Verlagsprinzip umkehren und das unternehmerische Verlagsrisiko einseitig auf die Autoren abwälzen und damit als „unseriös“ bekannt sind.

aktionsbuendnis-faire-verlage.com

 

Verlage nehmen nur Werke an, die in ihr Programm passen. Und sie bekommen so viele 'unangeforderte Manuskripte' zugesandt, dass die LektorInnen gar keine Zeit haben, sie sich alle anzusehen. Daher ist es ganz normal, mehrere Jahre suchen zu müssen, bis man ein fundiertes Antwortschreiben erhält (positiv oder negativ).

Selfpublishing kann die bessere Alternative sein.

Der richtige Verlag

Sende dein Manuskript nur an Verlage, zu deren Programm es passt.

Du kannst dich dahingehend in einer Buchhandlung beraten lassen und/oder z.B. auf dieser Liste nach Verlagen und ihren Schwerpunkten suchen.

Ansonsten bleibt nur googlen, googlen, googlen (bzw. über Ecosia suchen ;-) )

Die größten Chancen hat man wahrscheinlich bei einem kleinen, neuen Verlag, der noch nicht so viele Stammautoren hat, dass sie sein gesammtes Budget verbrauchen. Ihre Zahl wächst ständig, aber die Bloggerin SteglitzMind verucht, den "Guten" auf der Spur zu bleiben: steglitzmind/independent-verlage-auf-dem-schirm-ein-work-in-progress

So viel verdient man

Bei Print bis zu 10% des Nettoverkaufspreises (also abzüglich 7% MWst.)

Bei E-Books 25-30% des Nettoverkaufspreises

Über den Tisch gezogen wirst du, wenn vom Großhandelspreis berechnet wird, dann werden aus einem Euro schon mal schnell 50 Cent ;-) Es gibt inzwischen diverse Modelle, also immer nachrechnen und bei Zweifeln nachfragen.

E-book Verlage

Bei einem klassischen Verlag gehen vom Vertragsabschluss bis zur Veröffentlichung meist 18 Monate ins Land. Seit ein paar Jahren gibt es aber auch E-book Verlage, welche zum Teil wesentlich schneller arbeiten.

Interview mit einer jungen Autorin des 'Midnight'-Imprints von Ullstein

Liste von E-book-Verlagen und Distributoren: text-manufaktur.de/e-book-verlage

Allerdings gründen manch Verlage ihre E-Book-Imprints nur, um ein nettes Nebengeschäft ohne großes Risiko zu betreiben. Viel Werbung darfst du für dein Buch meist nicht erwarten. Und auch keine hohen Tantiemen.

Der 'Vorteil' ist, du kannst dich Verlagsautor nennen und genießt Vorzüge wie Lektorat, Cover usw.

Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass dein Buch als Print im Stationären Handel erscheinen wird und zu dem solltest du im Vertrag auf Paragraphen zum Konkurrenzauschluss achten - dir könnte verboten werden, Werke aus dem selben Genre anderswo zu veröffentlichen. Zudem ist es eine der Bedingungen in den üblichen Verträgen, dass man sich rege in den sozialen Netzwerken mit den Lesern austauscht, also exakt das, was auch ein SP tun sollte. Wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln und die eigenen Bücher bisher nur mittelmäßig liefen, kann es was bringen. Wenn man gut laufende Bücher hat, sollte man es sich sehr genau überlegen. Kalt rechnend. Lektorat und Korrektorat, Covererstellung, Marketing. Was kostet es? Was kann man selbst leisten? Was davon wird besser? Was wird vom Verlag überhaupt erbracht? Und was steht dem gegenüber. Kein Vorschuss, sehr überschaubare Kosten und Risiken beim Verlag, die man auch selbst überschauen kann. Und der Rest ist eh Autorensache.

Auch wenn ich stets um Aktualität und Richtigkeit bemüht bin, kann ich diese nicht gewähren.

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